Josef Fritz

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1897    † 1943

 

Lebenslauf

Josef Fritz wurde am 1.6.1897 in Görtschach (Kärnten) geboren. Er arbeitete als Eisenbahner in Knittelfeld (Steiermark). Er war Mitglied der sozialdemokratischen Partei Österreich und des republikanischen Schutzbundes.

Zellenleiter einer Widerstandsgruppe

Josef Fritz gehörte von 1934 bis 1938 einer Widerstandsgruppe um H. Gärtner an. Als dieser 1939 die "Rote Hilfe" reaktivierte, wurde Josef Fritz Zellenleiter.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 9. 6. 1942 wurde Josef Fritz verhaftet, und am 18. 2. 1943 in Graz gemeinsam mit Josef Kogelmüller (hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 17.5.1943 erfolgte im Landesgericht I in Wien seine Hinrichtung.

Aus dem Urteil

„Die ’Rote Hilfe‘ ist eine Nebenorganisation der KPÖ. Sie soll durch Sammlungen und durch Unterstützung Angehöriger verhafteter Kommunisten, aber auch verhafteter anderer Marxisten und so durch die Betonung des proletarischen Solidaritätsgedankens für die Kommunistische Partei werben und die Bereitschaft des einzelnen zur kommunistischen Betätigung stärken. Jede Betätigung für die ’Rote Hilfe‘ stellt demnach Vorbereitung zum Hochverrat im Sinne des § 83 Abs. 2 StGB. dar. (…) Fritz hat sich der Vorbereitung zum Hochverrat auch dadurch schuldig gemacht, dass er die deutschsprachigen Nachrichten des Senders London abgehört hat.“

Denkmal

Sein Name steht auf dem vom KZ-Verband 1953 in Knittelfeld (Bahnhofplatz 2-3) gestifteten Denkmal (Entwurf: F. Cremer u. M. Schütte-Lihotzky).

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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